Glas · Lasten
Winddruck auf Verglasungen berechnen
Der Winddruck auf eine Fassade ist der Böengeschwindigkeitsdruck mal einem Druckbeiwert. Der Böengeschwindigkeitsdruck wächst mit der Basiswindgeschwindigkeit, mit der Höhe über Grund und mit der Offenheit der Umgebung. Der Beiwert hängt davon ab, wo die Scheibe sitzt: An einer Gebäudeecke ist der Sog weit größer als in der Mitte einer Wand. Diese Seite berechnet beides, nach Eurocode oder nach ASCE 7, und zeigt jeden verwendeten Faktor.
Eurocode DIN EN 1991-1-4, Schritt für Schritt
| Gelände | z₀ (m) | zmin (m) |
|---|---|---|
| 0 – offene See | 0,003 | 1 |
| I – flach, ohne Bewuchs | 0,01 | 1 |
| II – niedriger Bewuchs | 0,05 | 2 |
| III – Vorstadt | 0,3 | 5 |
| IV – Stadt | 1,0 | 10 |
Die Außendruckbeiwerte sind die lokalen, cpe,1, die für Lasteinzugsflächen bis 1 m² gelten. Das ist die richtige Spalte für eine Glasscheibe oder eine Befestigung; die Werte cpe,10 gelten für ganze tragende Bauteile und würden hier zu niedrig liegen.
| Bereich | A | B | C | D | E |
|---|---|---|---|---|---|
| cpe,1, h/d ≥ 5 | −1,4 | −1,1 | −0,5 | +1,0 | −0,7 |
| cpe,1, h/d = 1 | −1,4 | −1,1 | −0,5 | +1,0 | −0,5 |
| cpe,1, h/d ≤ 0,25 | −1,4 | −1,1 | −0,5 | +1,0 | −0,3 |
Innendruck: Lassen sich die Öffnungen nicht abschätzen, verlangt DIN EN 1991-1-4 den ungünstigeren Wert von cpi = +0,2 und −0,3. Genau das macht „Unbekannt“ hier, und deshalb ist der Sog größer, als der Außendruckbeiwert allein vermuten ließe.
Charakteristisch oder Bemessungswert? Der Wert oben ist charakteristisch. Für den Nachweis im Grenzzustand der Tragfähigkeit multiplizieren Sie mit dem Teilsicherheitsbeiwert für Wind, γQ = 1,5 nach den empfohlenen Werten von DIN EN 1990 – und diese Zahl verlangt der Glasdicken-Rechner. Beide werden angezeigt.
ASCE 7-16, Schritt für Schritt
GCp nimmt mit wachsender wirksamer Windfläche ab, logarithmisch zwischen 10 ft² und 500 ft². Für Wände von Gebäuden bis 60 ft: Bereich 4 geht von +1,0 / −1,1 bis +0,7 / −0,8, Bereich 5 von +1,0 / −1,4 bis zu denselben +0,7 / −0,8. Windlasten nach ASCE 7 liegen bereits auf Festigkeitsniveau, ein zusätzlicher Faktor 1,5 entfällt – für einen Nachweis mit zulässigen Spannungen nähmen Sie stattdessen das 0,6-Fache des Wertes.
Was diese Seite nicht leistet
- Sie weiß nicht, wo Sie bauen. Die Basiswindgeschwindigkeit geben Sie aus der Karte Ihres Nationalen Anhangs oder aus dem Gefährdungswerkzeug der ASCE ein. Ist diese Zahl falsch, ist alles darunter falsch.
- Nur ebenes Gelände. Der Topographiebeiwert co ist 1,0. Auf einem Hügel, an einer Böschung oder einer Steilküste ist er größer, manchmal viel größer.
- Rechteckige Gebäude, senkrechte Wände. Keine Dächer, Vordächer, freistehenden Wände, Brüstungen oder gekrümmten Flächen.
- Keine Abminderung nach Jahreszeit oder Windrichtung: cdir und cseason sind beide 1,0, das liegt auf der sicheren Seite.
- ASCE-Teil: geschlossene Gebäude bis 60 ft, Kzt = 1. Teilweise geschlossene und offene Gebäude haben andere Innendruckbeiwerte.
Rechenbeispiel zum Nachrechnen von Hand
vb,0 = 27 m/s, Geländekategorie II, z = 10 m, Bereich A, cpi unbekannt.